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Haus der Wissenschaft - Blog

Verkabelte Alte, die Schule im Dorf der Verrückten und abgeschaltete Malaria – Breites Spektrum beim vierten Science Slam

Kategorie: Veranstaltung, Schlagwörter:, , — 2. Juli 2009 um 12:30

Über 300 Zuschauer ließen sich beim vierten Braunschweiger Science Slam mit sechs Kurzvorträgen einen Einblick in die unterschiedlichsten Fachrichtungen von Mathematik über Psychologie bis hin zu Erziehungswissenschaften geben.

Das Rennen machte ein Beitrag aus der Informatik. Angesichts des demographischen Wandels benötigt man innovative Lösungen für gesellschaftliche Probleme. Felix Büsching machte deutlich, warum auch sein Fachgebiet dazu beitragen kann, mit den Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft fertig zu werden.

Stürze sind ein großes Risiko für ältere Menschen. Mithilfe einer „Black Box“ und Beschleunigungssensoren, welche die abrupten Geschwindigkeitsunterschiede bei einem Sturz wahrnehmen können, kann im Ernstfall beispielsweise sofort ein Krankenwagen verständigt werden. Bewegungssensoren können in der Wohnung platziert werden und somit dazu beitragen, dass ältere Menschen möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung leben. (www.altersgerechte-lebenswelten.de)

Der zweitplazierte Vertreter des Georg-Eckert-Instituts, Hennig Hues, stellte plastisch dar, wie eine Schule in Orania, dem „Dorf der Verrückten“ in Südafrika, funktioniert. Diese 600 Einwohner-Gemeinde ist ein „weißer Alternativstaat im Staat“. Obwohl Südafrika heute ein demokratisches Land ist und die Apartheid überwunden wurde, bestimmt in diesem Dorf weiterhin rassistisches Gedankengut den Alltag. Deshalb dürfen nur weiße afrikaanssprachige Personen in diesem Ort leben. In der Dorfschule wird durch die Prinzipien der Solidarisierung und Anti-Selektion versucht, einen starken „Volkskörper“ zu erzeugen.

Dass das Buch der Infektionskrankheiten trotz neuester Forschung noch lange nicht geschlossen ist, machte Dr. Bernd Lepenis aus Potsdam deutlich. Er beschrieb die Möglichkeiten der Bekämpfung der zerebralen Malaria durch Molekulare Schalter und erreichte mit einer Punktzahl jenseits der 50 den 3. Platz. Als Beispiel führte er an, dass es zwar gelungen sei Überreaktionen des Immunsystems etwa bei der Malaria durch ein „Abschalten“ der T-Zellen bei Mäusen zu vermeiden. Gleichzeitig laufe man aber Gefahr die Immunabwehr zu stark zu schwächen. Überdies sei eine 1:1 Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen nicht gegeben.

Nach gut zwei Stunden war auch dieser vierte Slam vorbei und der Slam Champion gekürt. Der nächste Slam wird laut Markus Weißkopf am 13. November stattfinden. Wir freuen uns wieder auf viele Besucher und interessante Vorträge von Nachwuchswissenschaftlern. Übrigens – für einen Platz als Kandidat beim Science Slam kann man sich das ganze Jahr über bewerben!

Mehr zum Science Slam unter www.scienceslam.org

(Autor: Sven Sikatzki)

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