Haus der Wissenschaft - Blog
Ist ein einziger Knochen der Schlüssel zur Beziehung zwischen Mensch und Neandertaler? Vor rund 30.000 Jahren ist der Neandertaler ausgestorben und der Homo Sapiens hat die Welt erobert. Die genaue Ursache konnte jedoch bis heute nicht geklärt werden. Das Team um Svante Pääbo, dem Direktor der Abteilung für evolutionäre Genetik des Max-Planck-Instituts in Leipzig, und die 454 Life Science Corporation haben nun den Zugang zum Rätsel gefunden.
Ein 38.000 Jahre alter Neandertaler-Knochen aus der Vindija-Höhle in Kroatien enthielt das ersehnte Erbgut des Neandertalers. Nach drei Jahren aufreibender Forschung vervollständigte sich nun endlich das Puzzle des DNA-Stranges, welches aus mehr als einer Milliarde DNA-Fragmenten rekonstruiert wurde. Am 12. Februar 2009, just an Darwins 200. Geburtstag, stellte Pääbo das Genom auf einer Pressekonferenz in Leipzig und per Video-Schaltung auf dem größten interdisziplinären Forschungstreffen der Welt, der Jahrestagung der amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) in Chicago, vor. Der nächste Schritt des Projekts soll ein genetischer Vergleich zwischen dem Genom des Menschen, des Schimpansen und dem des Neandertalers sein. Dies wird dazu dienen den Unterschied zwischen den verschiedenen Erbanlagen greifbar zu machen. Besonders interessant sind, laut Pääbo, die genetischen Anlagen für das Sprachvermögen und der Gehirnentwicklung. Also bleibt es auch weiterhin spannend in der Evolutionsforschung.
Passend zu dieser Entdeckung wird am 19. März diesen Jahres Dr. Johannes Krause des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie Leipzig um 19.30 Uhr einen Vortrag in der Aula im Haus der Wissenschaft abhalten und dabei seine Forschungsergebnisse zum plötzlichen Verschwinden des Urmenschen und dessen Beziehung zum Menschen erklären.
Mehr Informationen zur Veranstaltung unter: http://www.hausderwissenschaft.org/hdw/veranstaltungen/sp_auto_48999.html
Zur Presseinformation der Max Planck Gesellschaft: http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dolumentation/pressemitteilungen/2009/pressemitteilung20090211/index.html
(Autorin: Caroline Finger)
Ganz Braunschweig freut sich in diesen Tagen über das schöne Winterwetter! Ganz Braunschweig? Nein, nicht ganz!
Die Bauarbeiter und Handwerker, die fleißig am und im Haus der Wissenschaft, Pockelsstr. 11, werkeln, sind wenig angetan. Die winterliche Kaltfront verdrängt damit auch die Frühlingsluft, die wir noch vor vier Wochen geschnuppert haben: Aufgrund der anhaltenden Kälte verzögert sich der Umbau der ehemaligen Pädagogischen Hochschule und Teile der Außenfassade werden weiterhin durch das Baugerüst verdeckt.
Aber alles nur halb so schlimm, denn dafür geht es im Innern des Hauses voran: Die Seminarräume sind soweit fertig gestellt, dass bald die Innenausstattung beginnen kann, bald darauf können die Malerarbeiten veranlasst werden, so dass schon bald die Räume in neuem Glanz erstrahlen.
Und auch die Arbeiten im Restaurant im sechsten Stockwerk sind soweit fortgeschritten, dass nach den Fliesenlegern in den nächsten Wochen der Einbau der Küche beginnen und die Gastronomie mit Kochtöpfen, Schüsseln und Pfannen ihr Domizil beziehen kann.
Die Gitterstäbe, die an den Spitzbogenfenstern in den Zwerchgiebeln zur Dachterrasse angebracht waren, sind unter großer Mühe ausgebaut und nach unten transportiert worden und auch die alten Fenster sind neuen gewichen. Im Gewölberaum kann sich das Licht nun durch die neuen Fenster ungestört ausbreiten, ohne dass ein Schatten der Gitterstäbe geworfen wird.
Während im Haus also fieberhaft gearbeitet wird, um die kältebedingten Arbeitsausfälle zu kompensieren, müssen sich die Dachdecker noch gedulden, bis sie mit ihrem Teil des Umbaus beginnen können. Und auch im Innern warten noch viele Aufgaben, die den Zeitplan weiter strapazieren: Die moderne Technik für die Seminarräume muss eingebaut, die Möblierung ausgesucht und bestellt werden und auch die sanitären Einrichtungen müssen modernisiert werden, bevor sie für die Besucher des Haus der Wissenschaft geöffnet werden können.
Und obwohl noch viel zu tun ist, kann man trotz allem in den Gängen ein wenig Frühlingsluft schnuppern, dann und wann hört man die Arbeiter sogar ein Liedchen trällern – wie die Vögel, die beginnen, es sich im Park gegenüber gemütlich machen.
(Autorin: Maria Pöttering)
Am vergangenen Freitag und Samstag fand in der Neuen Aula der Universität Tübingen die erste internationale Konferenz zum Thema Kinderuniversitäten statt. Diese wurde im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts EUCU.NET (European Children’s Universities Network) organisiert.
150 Teilnehmer nicht nur aus europäischen Ländern wie Polen, Portugal, Slowenien, Italien, England, Frankreich und Finnland, sondern auch aus Kanada, Japan, Indien und Westafrika haben sich in Tübingen getroffen, um verschiedene Aspekte von Kinderuniversitäten zu beleuchten.
Es wurde darüber diskutiert, warum Kinderuniversitäten veranstaltet werden, warum Kinder Universitäten besuchen sollten und warum Universitäten sich an eine bisher völlig unbeachtete Zielgruppe – die Kinder – wenden.
Außerdem standen Genderaspekte und die Erreichung älterer Jugendlicher sowie unterprivilegierter Kinder im Zentrum der Tagung.
Insgesamt gab es einen regen und spannenden Austausch über die verschiedenen Formate und Ziele der Kinderuniversitäten Europas und anderer Nationen. Beispielsweise wird die Kinder-Uni in Bratislava vom Arena-Theater zusammen mit der Universität organisiert.
Einige Teilnehmende veranstalten noch keine eigene Kinderuniversität und haben sich nun Anregungen für eigene Konzepte geholt. Durch die neu gewonnenen Kontakte können sie bei der Einführung und Etablierung ihrer Kinderuniversität Unterstützung erhalten.
Im Rahmen des Workshops „Developing Quality Criteria for Children’s Universities: Aspects of evaluation“ habe ich die Teilnehmenden über meine Studie informiert. Sie ist im Rahmen meiner Magisterarbeit entstanden und stellt eine Evaluation der Ziele, Erwartungen und Wirkungen von Kinderuniversitäten dar. In erster Linie habe ich mich dabei mit der Medienresonanz von Kinderuniversitäten und den direkten und indirekten Zielgruppenwirkungen v.a. bei den Kindern und den Referenten befasst.
In einem nächsten Schritt des EUCU.NET-Projektes werden Ziele und Effekte der Kinderuniversitäten zusammengetragen, anhand derer Qualitätskriterien und deren Messbarkeit festgelegt werden. Dadurch möchte man eine Einheitlichkeit in der Evaluation der vielen Kinderuniversitäten erlangen. Ob dieses bei den vielen verschiedenen Formaten und Organisationsstrukturen überhaupt möglich ist, wird sich zeigen.
Diese erste internationale Konferenz war ein Auftakt für eine zukünftig stärkere Vernetzung aller Kinderuniversitäten, für einen besseren Austausch und gegenseitige Beratung.
Tagungsseite: http://eucu.net/
(Autorin: Claudia Richardt)
Es war bereits das dritte Wochenende, an dem engagierte Schüler mit Unterstützung von Herrn Prof. Löwe und seinem Assistenten Herrn Müller mit Staub bedeckten Haaren bei der Arbeit waren. Entstanden ist das Styropor-Modell einer Straße im Gefälle, die zuvor im Rahmen des Projekts Planspiel Stadt im Bereich Verkehrsplanung genau geplant und berechnet wurde.
Die Herausforderung bestand darin Kurvenradien und Steigungen genau so auszuloten, dass das kleine blaue Modellauto im Anschluss die Serpentinenstrecke bezwingen kann. Ein im Straßenverlauf verlegter Metalldraht hilft dabei dem batteriebetriebenem Auto über magnetischen Kontakt dem Straßenverlauf zu folgen. Hierbei war echte Maßarbeit gefragt, denn der Kurvenradius muss mindestens 15 cm betragen und die Steigung darf die 12% nicht überschreiten. Mit Spannung aller Beteiligten wurde diese immer wieder durch kleine Probefahrten überprüft.
Aber nicht nur die technisch einwandfreie Umsetzung war Teil der Arbeit. Mit großem Eifer haben die Schüler sich auch der landschaftlichen Gestaltung gewidmet. Mit verschiedenen Werkzeugen wurde ein Felsrelief aus dem Styropor herausgearbeitet, zusätzlich wurden Felsbrocken aus Gips gegossen und ganze Rasenflächen angelegt. Mit viel Liebe zum Detail wurden Straßenmarkierungen und Leitplanken angebracht. Entstanden ist ein Straßenmodell, auf das alle mitwirkenden jungen Nachwuchsverkehrsplaner stolz sein können.
(Autorin: Maike Kempf)